Europa - ein Thema im Sachunterricht der Klassen 4


EUROPA - ein Lieblingsthema im Sachunterricht für fast alle Schüler und Schülerinnen unserer vierten Jahrgänge. Karten und Atlanten erforschen, die Nachbarländer unter die Lupe nehmen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, Ländersteckbriefe schreiben, all das motivierte die Kinder in den letzten Wochen enorm.
Doch so richtig spannend gestaltete sich der Nachbau einiger europäischer Wahrzeichen. In Gruppenarbeit wurde recherchiert, geplant, Material besorgt und mit viel Eifer (und manchmal auch mit helfenden Elternhänden) entstanden wirklich beeindruckende Kunstwerke, die nun, vor der Aula platziert, bestaunt werden können.
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Das Brandenburger Tor in Berlin

Das Brandenburger Tor befindet sich in Berlin Mitte auf dem Pariser Platz. Der Pariser Platz ist am Ende der berühmten Straße "Unter den Linden" zu finden. Es wurde vor über 200 Jahren auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet. Der Bauherr hieß Carl Langhans. Das Brandenburger Tor ist wohl das bekannteste Wahrzeichen Deutschlands. Es markierte vor der Wiedervereinigung die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Heute ist es das wichtigste Symbol für das vereinte Deutschland. Das Tor wird gekrönt durch eine etwa fünf Meter hohe Skulptur. Sie stellt die Siegesgöttin Viktoria dar, die einen von vier Pferden gezogenen Wagen (Quadriga) in die Stadt hineinlenkt.








Big Ben in London

Big Ben ist eines der berühmtesten Wahrzeichen von London, der Hauptstadt von England. Es ist ein Teil des Gebäudes, in dem das britische Parlament tagt, also ein Teil des Regierungssitzes in England. Es ist ungefähr 150 Jahre alt. Big Ben ist eine Turmuhr und schlägt mit seinen fünf Glocken regelmäßig mit einem wunderschönen Klang jede einzelne Stunde. Der Durchmesser der vier Zifferblätter beträgt je sieben Meter und die Zeiger haben eine Länge von drei bis vier Metern. Damit die Uhr gut funktioniert, sind immer mehrere Mechaniker im Einsatz (sie heißen die Hüter der großen Uhr). Dreimal pro Woche wird ein Elektromotor eingeschaltet, der die Uhr aufzieht. Big Ben heißt diese Turmuhr, weil die schwerste der fünf Glocken 13,5 Tonnen schwer ist. Das ist ziemlich schwer, ungefähr so schwer wie 13 Autos. Der Turm heißt eigentlich Clocktower (Uhrturm).


Das Atomium in Brüssel

Das Atomium steht in Brüssel, der Hauptstadt Belgiens. Es wurde 1958 zur Weltausstellung errichtet und ist etwa 100 Meter hoch. Es stellt ein 165.000.000.000- fach (165 Milliarden-fach) vergrößertes Eisenmolekül dar. Das Atomium besteht aus neun miteinander verbundenen Kugeln. Ihr Durchmesser beträgt 18 Meter. Die Rohre zwischen den Kugeln sind 35 Meter lang und ihr Durchmesser beträgt ungefähr 3 Meter. Durch einige von ihnen führen Rolltreppen. Man kann nämlich in sechs dieser Kugeln hineingehen. In der obersten Kugel ist zum Beispiel ein Restaurant untergebracht. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. In einer anderen Kugel finden Versammlungen und Konzerte statt. In einer der Kugeln können Kinder und Schulklassen eine Erlebniswelt besuchen.






Das Kolosseum in Rom

Das Kolosseum steht in Rom, der Hauptstadt von Italien. Das Kolosseum ist ein ganz altes Wahrzeichen. Es ist fast 2000 Jahre alt und wurde von den Römern erbaut. Es war eine Arena und ein Theater. Hier wurde gekämpft, Theater gespielt und auch sportliche Wettkämpfe wurden hier ausgetragen. Es gab 80 Eingänge - 76 Eingänge für das normale Volk und vier für den Kaiser und sein Gefolge. Es passten 50.000 Menschen in das Theater (zum Vergleich: in das Bochumer Revierpowerstadion passen 30.000 Menschen). Läuft man einmal um das Kolosseum herum, so sind es ungefähr 500 Meter. Es ist ca. 50 Meter hoch. Im Keller gab es viele Gänge und Tunnel. Hier hielten sich die wilden Tiere und die Gladiatoren (Kämpfer der Antike), oder auch die Schauspieler eines Theaterstücks auf. Wurde es im Sommer zu heiß, so konnte man eine riesige Plane über der Arena errichten, die die Menschen vor der Sonne schützte.
Insgesamt gab es fünf Zuschauerränge. Für den Kaiser gab es eine eigene Loge in der ersten Reihe. Etwas weiter oben saßen die Ritter. Dann kamen die reichen Bürger. Ganz oben saßen die armen Leute. Hier konnte man nicht mehr so gut sehen.

Der Eiffelturm in Paris


Der Eiffelturm ist ein 324 Meter hoher Eisenfachwerkturm in Paris, der Hauptstadt von Frankreich. Ist man in Paris, kann man ihn gar nicht übersehen und er hat über 7 Millionen Besucher pro Jahr. Damit ist er das Wahrzeichen, das am häufigsten besucht wird.
Der Turm wurde 1889 von Gustav Eiffel zur Weltausstellung erbaut und soll an die Französische Revolution erinnern. 15000 Metallteile mit einem Gesamtgewicht von fast 7300 Tonnen wurden in zwei Jahren zu einem 312 m hohen Turm verbaut. Erst durch eine Antenne erreichte der Eiffelturm seine endgültige Höhe. Nachdem der Eiffelturm fertig war, gab es ganz unterschiedliche Meinungen: Es gab Menschen, die ihn als 'Kerzenleuchter' bezeichneten oder sogar einen Umweg machten, um ihn nicht sehen zu müssen. Den meisten jedoch gefiel er. Heute ist er ein wichtiger Fernsehturm für Paris und Umgebung und in seiner Spitze ist auf 276 m Höhe ein Restaurant, in dem man essen kann und eine herrliche Aussicht genießt. Das ist besonders abends ein großes Vergnügen.
Damit er stabil bleibt, muss ständig dafür gesorgt werden, dass der Rost entfernt und der Anstrich erneuert wird.






Die blaue Moschee in Istanbul

Die blaue Moschee heißt eigentlich Sultan-Ahmet Moschee und steht in Istanbul in der Türkei. Blaue Moschee wird sie genannt, weil sie über und über mit blau-weißen Fliesen bedeckt ist. Sie wurde vor ungefähr 400 Jahren erbaut und ist eines der berühmtesten Bauwerke der Türkei. Der Gebetsraum im Inneren der Moschee ist mit 53 m Länge und 51 m Breite fast quadratisch. Die große Hauptkuppel hat einen Durchmesser von 23 m und ist 40 m hoch. Es gibt 260 Fenster, die sehr viel Licht in den Innenraum lassen. Die Scheiben der Fenster sind bunt und funkeln in der Sonne. Die blaue Moschee ist eines der wenigen islamischen Gotteshäuser der Welt mit sechs Minaretten, nur die Hauptmoschee in Mekka hat mit neun Minaretten mehr Minarette als die Sultan-Ahmed-Moschee.



Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen

Die kleine Meerjungfrau ist in Kopenhagen in Dänemark zu finden. Sie sitzt auf einem Granitstein am Rande des Hafens und schaut verträumt auf das Meer hinaus. Sie ist aus Bronze, wiegt 175 kg und ist 1,25 m groß, als gar nicht so groß, wie man vielleicht annehmen könnte. Errichtet wurde die kleine Meerjungfrau im Auftrag des Bierbrauers Carl Jacobsen, der 1909 die Ballettaufführung "Die kleine Meerjungfrau" besuchte und ganz verzaubert war von der traurigen Geschichte. Für das Gesicht der Nixe stand Ellen Price Modell. Sie war die Primaballerina, die die kleine Meerjungfrau gespielt hatte.

Das Märchen 'Die kleine Meerjungfrau' von Hans Christian Andersen:
'Einst lebte weit unten im Meer das Meervolk. Es gab natürlich auch einen König und der hatte sechs Töchter. Die jüngste Tochter aber war anders als ihre Schwestern. Sie war nicht nur schöner, sie hatte auch die schönste Stimme. Wenn ihre Großmutter von der Welt der Menschen erzählte, von den duftenden Blumen und zwitschernden Vögeln, so hörte sie stets begeistert zu. Zu gerne wäre auch sie einmal aus dem Meer emporgestiegen, um sich die Welt der Menschen anzuschauen. An ihrem 15. Geburtstag ging ihr Wunsch in Erfüllung. Ihr wurde, durch die stürmische See, ein junger, hübscher Prinz in die Arme getrieben. Sie rettete ihn, verliebt sich und wollte ihn heiraten. Aber sie musste der Meerhexe etwas versprechen: wollte sie an Land, sollte sie ihren Fischschwanz abgeben und dafür zwei Beine bekommen. Denn ohne Beine hätte sie sich an Land ja nicht fortbewegen können. Für dieses Geschenk sollte sie ihre wunderschöne Stimme abgeben. Außerdem, so sagte die Hexe, könne die kleine Meerjungfrau nie wieder zurück ins Meer. Und sollte der Prinz eine andere Frau heiraten, so würde sie sich in Meerschaum verwandeln. Die kleine Meerjungfrau willigte ein. Nun hatte sie aber keine Stimme mehr, um den Prinzen mit ihrem Gesang zu verzaubern, daher tanzte sie immer und immer wieder um ihn herum. Das gefiel dem Prinzen nicht und er nahm sich eine andere Frau. So verwandelte sich die kleine Meerjungfrau tatsächlich zu Meeresschaum.'

Das Riesenrad im Wiener Prater

Das Wiener Riesenrad steht im Prater, einem Vergnügungspark in Wien. Wien ist die Hauptstadt von Österreich. Es wurde vor ungefähr 120 Jahren erbaut und war damals mit fast 65 Metern das größte Riesenrad der Welt. Es wurde passend zum 50. Thronjubiläum des Kaisers eröffnet.
Damals kostete eine Fahrt 8 Gulden. Das war sehr teuer. Umgerechnet müsste man heute ungefähr 250 Euro für eine Fahrt bezahlen. Es konnten sich also nur sehr reiche Leute leisten. Heute ist es aber wesentlich billiger. Eine Fahrt kostet für Kinder 3,50 Euro und für Erwachsene 8,50 Euro. Wenn man ganz oben ist, hat man eine wunderschöne Aussicht und kann die ganze Stadt von oben sehen. Das Riesenrad hat 15 Gondeln. Neben den normalen Gondeln gibt es zwei Luxuswaggons, einen Jubiläumswaggon und einen Jugendstilwaggon. Der Jugendstilwaggon sieht noch genauso aus wie die Wagen vor 100 Jahren. Eine Fahrt mit dem Rad dauert ungefähr eine Viertelstunde. Sie würde eigentlich nur 4 Minuten dauern. Da aber immer wieder Menschen ein- und aussteigen, bleibt man zwischendrin auch ab und an stehen. Dann kann man die Aussicht besonders gut genießen. Wenn man ganz oben ist, dann hat man eine wunderschöne Aussicht und kann die ganze Stadt von oben sehen.




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